VPN: die Wahrheit
Ein VPN ist nützlich, wird aber mit vielen falschen Versprechen verkauft. Hier erfährst du, wovor es tatsächlich schützt.
Was ein VPN NICHT leistetEin VPN schützt dich nicht vor dem clientseitigen Scannen durch Chatkontrolle:
Dabei werden deine Nachrichten auf deinem Gerät gelesen – vor der Verschlüsselung und damit auch
vor dem VPN. Es ist auch kein Unsichtbarkeitsmantel: Dein Betriebssystem und deine Apps sehen
mehr als dein VPN-Anbieter.
Was ein VPN gut leistetEs verbirgt deine Aktivitäten vor deinem Internetanbieter und verschleiert
deine IP-Adresse (und damit deinen Standort) gegenüber den Websites, die du
besuchst. Nützlich gegen Netzwerküberwachung, Geolokalisierung und Zensur. Ein Teil des Puzzles,
nicht die Lösung.
Wofür es gedacht ist
Ein VPN, das deine IP-Adresse verschleiert und deinen Datenverkehr bis zu seinen Servern
verschlüsselt, ohne jemals persönliche Angaben von dir zu verlangen.
Warum es wichtig ist
Es ist der Goldstandard für Privatsphäre. Keine E-Mail-Adresse, kein Name: Bei der Registrierung
erhältst du lediglich eine Kontonummer. Dazu kommen eine geprüfte No-Log-Richtlinie, ein
einziger ehrlicher Preis (5 € pro Monat, keine Tarifstufen, keine falschen Versprechen) und die
Zahlung per Bargeld oder Monero. Genau das ist entscheidend, wenn ein Staat eines Tages
versucht, den VPN-Zugang abzuschneiden: ein Konto, das sich nicht mit deiner Identität
verknüpfen lässt, und eine Zahlung, die Banken nicht blockieren können.
Für wen und wann
Für alle – von Bürgern, die eine Identitätsprüfung umgehen, bis zu besonders gefährdeten
Personen. Dieses VPN solltest du zuerst empfehlen.
Installieren und verwenden
Öffne mullvad.net. Falls die Website in deinem Land blockiert ist, rufe sie über den
Tor Browser oder ihre .onion-Adresse auf. Klicke auf „Generate account number“: Es
werden weder E-Mail-Adresse noch Name verlangt. Speichere diese Nummer in deinem
Passwortmanager und gib sie niemals weiter – sie ist dein einziger Zugangsschlüssel.
Wähle Laufzeit und Zahlungsmethode. Der Preis ist immer gleich. Es gibt drei Wege: Bankkarte
(am einfachsten, sofern nicht blockiert), Bargeld per Post oder Kryptowährung.
Anonyme Zahlung mit Kryptowährung: Klicke auf „Create a one-time payment address“.
Mullvad zeigt dir eine Adresse (Bitcoin oder Monero) und einen genauen Betrag. Sende diesen
Betrag aus deiner Wallet. Für maximale Anonymität solltest du Monero bevorzugen
(standardmäßig privat); Bitcoin ist einfacher, aber nachverfolgbar. Wie du Kryptowährung
kaufst, steht in Abschnitt 09. Rechne mit etwa 30 Minuten bis zur Bestätigung.
Lade die App von mullvad.net/download herunter (über Tor, falls die Website gefiltert
wird) und installiere sie. Nutze auf Mobilgeräten den App Store, Google Play oder die
offizielle APK, falls die App aus deinem Store entfernt wurde.
Starte die App, gib deine Kontonummer ein und verbinde dich anschließend mit einem Server
außerhalb deines Landes, idealerweise außerhalb der EU (Schweiz, USA …). Aktiviere den
„Kill Switch“ (er trennt die Internetverbindung, falls das VPN ausfällt) und Mullvads DNS.
Wofür es gedacht ist
Das VPN aus dem Proton-Ökosystem mit einem echten kostenlosen Tarif (selten und fair).
Warum es wichtig ist
Sitz in der Schweiz, geprüft und Open Source. Der kostenlose Tarif enthält keine Werbung, keinen
Weiterverkauf von Daten und kein Datenlimit (nur die Zahl der Länder ist begrenzt). Der ideale
Einstieg für Anfänger, besonders wenn du bereits Proton Mail nutzt.
Für wen und wann
Für Einsteiger und alle, die bereits das Proton-Ökosystem nutzen und ein einziges Konto für
alles möchten.
Installieren und verwenden
Öffne protonvpn.com und melde dich mit deinem Proton-Konto an (oder erstelle eines).
- Installiere die App (Windows, macOS, Linux, Android, iOS).
Nutze „Quick Connect“ oder wähle ein Land und aktiviere anschließend den Kill Switch und
NetShield (Werbe- und Trackerblockierung).
Wofür es gedacht ist
Ein kleiner, besonders konsequenter und transparenter VPN-Anbieter nach demselben Modell wie
Mullvad.
Warum es wichtig ist
Geprüfte No-Log-Richtlinie, keine verpflichtende E-Mail-Adresse, Zahlung mit Kryptowährung oder
Bargeld. Der Anbieter bietet sogar Anti-Tracking-Optionen (Blockieren von Trackern auf
Netzwerkebene) und eine Registrierung ganz ohne persönliche Kennung.
Für wen und wann
Eine solide Alternative zu Mullvad für pseudonyme und besonders gefährdete Personen, die
diversifizieren möchten.
Installieren und verwenden
Erzeuge auf ivpn.net ein Konto (du erhältst eine ID, eine E-Mail-Adresse ist nicht
nötig).
- Bezahle wie bei Mullvad mit Kryptowährung oder Bargeld.
Installiere die App, verbinde dich außerhalb der EU und aktiviere den Kill Switch sowie das
WireGuard-Protokoll.
Wofür es gedacht ist
Ein VPN mit zwei Modi: einem schnellen Modus (2 Server, WireGuard) und einem anonymen
Modus, der den Verkehr durch ein Mixnet aus 5 Knoten leitet, vermischt mit Tarnverkehr.
Warum es wichtig ist
Das Mixnet verschleiert Metadaten (wer mit wem kommuniziert und wann), selbst gegenüber einem
Beobachter, der das ganze Netz überwacht – das leistet ein klassisches VPN nicht. Dezentrales
Servernetz, quelloffene Apps (GPL), von Cure53 auditiert. Die Bezahlung lässt sich über anonyme
„zk-nym“-Guthaben von der Nutzung entkoppeln.
Für wen und wann
Alle, die gegen Verkehrsanalyse über ein klassisches VPN hinausgehen wollen und einen deutlich
langsameren anonymen Modus akzeptieren, der sich nicht für Streaming und Downloads eignet.
Kostenpflichtiges Abo mit kostenloser Testphase.
Gut zu wissenDas Nym-Netz vergütet Knotenbetreiber mit einem Token (NYM). Um das VPN zu nutzen, musst du
keine besitzen.
Installieren und verwenden
Installiere NymVPN über nym.com (Computer und Smartphone).
Nutze den anonymen Modus für Messenger und sensibles Surfen, den schnellen Modus
für den Rest.
Damit deine Identität nicht mit deiner Nutzung verknüpft wird, zahle mit Kryptowährung oder
zk-nym-Guthaben.
Wofür es gedacht ist
Ein privates, verschlüsseltes Netzwerk, das deine Geräte mit deinem Server verbindet, ohne ihn
jemals im öffentlichen Internet zugänglich zu machen.
Warum es wichtig ist
Statt Ports zu öffnen (und dadurch angegriffen zu werden), baut Tailscale ausschließlich
zwischen deinen autorisierten Geräten einen WireGuard-Tunnel auf: Dein Server besitzt keine
öffentlich erreichbare Angriffsfläche. Headscale ist die selbst gehostete Variante,
sodass du von keinem Drittanbieter abhängig bist. WireGuard allein bietet vollständige
Kontrolle, erfordert dafür aber eine manuelle Einrichtung.
Für wen und wann
Für alle, die selbst hosten. So greifst du von unterwegs sicher auf deine Nextcloud oder Fotos
zu.
Installieren und verwenden
Installiere Tailscale auf deinem Server sowie deinem Smartphone/PC und verbinde alle mit
demselben Konto.
Deine Geräte sehen sich sofort in einem privaten Netzwerk; deinen Server erreichst du über
seine Tailscale-Adresse.
Für vollständige Unabhängigkeit ersetzt du den Koordinationsserver durch eine selbst gehostete
Headscale-Instanz.